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© photo credit to Water.org

 

 

 

Niemanden zurücklassen – Wasser- und Sanitärversorgung für alle

Das ist das Motto des diesjährigen Weltwassertags, der seit dem Erdgipfel in Rio de Janeiro 1992 alljährlich am 22. März begangen wird. 2019 hat sich der Weltwassertag der Umsetzung der 2030 Agenda für nachhaltige Entwicklung und den darin enthaltenen wasserbezogenen Zielen (SDG 6) verschrieben. Bereits die Millennium-Entwicklungsziele enthielten Ziele zur Trinkwasser- und Sanitärversorgung. Während die für Trinkwasser bereits fünf Jahre vor der gesetzten Frist erreicht wurden, also 2010, wurden die für die Sanitärversorgung weit verfehlt: dort wird auch heute ein Versorgungsgrad von nur 63 Prozent erreicht, während 75 Prozent als Zielgröße bis 2015 vorgegeben waren.

Mehr als die Hälfte der Trinkwasseranschlüsse entstanden in China und Indien, während in Sub-Sahara Afrika so gut wie keine Fortschritte zu verzeichnen waren. Und es war v.a. die städtische Bevölkerung, die von den Investitionen profitierte. In den ärmsten Ländern (Least Developed Countries) sind nach wie vor nur 11 Prozent der Bevölkerung an die Wasserversorgung angeschlossen, in den ländlichen Regionen sind es sogar nur 3 Prozent. Trotz der Erfolge der letzten Jahre leben ca. 663 Millionen Menschen ohne verbesserten Zugang zu sauberem Trinkwasser (der Weltwasserrat spricht sogar von 924 Millionen). Frauen wenden jährlich summa summarum 40 Milliarden Stunden für die tägliche Versorgung mit Trinkwasser auf. Zeit, die ihnen für Erwerbstätigkeiten verloren geht. Die Mehrheit dieser Familien lebt in den ländlichen Gebieten Sub-Sahara Afrikas. 2,5 Milliarden Menschen fehlt es an geeigneten Sanitäranlagen mit der Folge, dass jährlich an Durchfall geschätzte 1,5 Millionen Menschen sterben, chronische Wurminfektionen zunehmen – und dies vor allem Kinder betrifft. 80 Prozent der Siedlungsabwässer gehen zudem ungeklärt in Flüsse und Seen mit den entsprechenden Folgen für die Menschen und die Umwelt.

Gerade in den Ländern des südlichen Afrika müsste diese Unterversorgung mit Trinkwasser nicht sein, denn dort werden derzeit nur maximal 10 Prozent der Wasserressourcen genutzt. Der Ausbau scheitert an knappen Finanzmitteln, v.a. der Kommunen, wenn diese für die Versorgung zuständig sind. Während die Wasserversorgung noch relativ weit oben auf den Agenden der Regierungen steht, rangiert die Sanitärversorgung und Abwasseraufbereitung unter ferner liefen, auch weil die finanziellen und technischen Herausforderungen immens sind.

Man darf gespannt sein, welche Anreize und Unterstützungsmaßnahmen die internationale Gemeinschaft bereithält, um die wasserbezogenen Nachhaltigkeitsziele zu erreichen, damit die Bürger, gleich welchen Landes, eine zuverlässige, qualitativ gute und bezahlbare Versorgung bekommen.

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