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SLE-Projekt Sambia: Feldforschung von Kasama bis zum Lake Kariba

Sambias kommerzieller Aquakultur-Sektor ist in den letzten Jahren stark gewachsen. Trotzdem übersteigt die Nachfrage nach Fisch im Land immer noch die Produktionskapazitäten. Über 45.000 Tonnen Fisch werden pro Jahr importiert. Die natürlichen Fischbestände sind durch Überfischung massiv bedroht und können das Angebotsdefizit nicht ausgleichen. Die Möglichkeiten für die Fischaufzucht in Aquakultur in Sambia sind hingegen vielfältig. Eine Vielzahl an Flüssen und Seen durchziehen das Land. Der Großteil der Produktion wird bisher durch industrielle Akteure abgedeckt, kleine Erzeuger konnten von der Entwicklung des kommerziellen Sektors kaum profitieren.

Von Mario Lootz.



Was sind die Möglichkeiten und Hindernisse für kleinbäuerliche Akteure, durch Aquakultur ihr Einkommen zu erhöhen und Ernährungssicherheit zu erreichen, stellte für unser Forschungsprojekt die Ausgangsfrage dar. In Zusammenarbeit mit unseren Partnern von WorldFish, Department of Fisheries Sambia und der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit entwickelten wir unser Forschungsdesign, mit welchem wir Fragen nach

• der Rolle von Aquakultur in den Livelihoods von Fischbauern und -bäuerinnen,
• den Möglichkeiten der Partizipation in lokalen Wertschöpfungsketten,
• agro-ökologischen Charakteristika verschiedener Produktionssysteme
• sowie Genderaspekte in der Fischproduktion von Kleinbauern und -bäuerinnen analysieren möchten.

Zur Beantwortung dieser Fragen erarbeiteten wir einen quantitativen Fragebogen für eine große Stichprobe von 150 Kleinbauern und -bäuerinnen sowie qualitative Methoden wie narrative Interviews, Experteninterviews, Fokusgruppendiskussionen und saisonale Kalender, die wir für Fallstudien mit 29 Personen durchführten.

Als Untersuchungsregion wählten wir die Northern Province aufgrund den für Aquakultur förderlichen natürlichen Gegebenheiten wie Wasserzugang und Bodenbeschaffung aus, sowie die Southern Province, die aufgrund der Nähe zu den industriellen Akteuren am Lake Kariba theoretisch besseren Zugang zu Inputs wie Futter und Setzlingen aufweisen sollte. Außerdem untersuchte ein Teil des Teams die Möglichkeiten der Fischproduktion in den zahlreich vorhandenen Stauseen in der Eastern Province.

Zwei Wochen lang sammelten wir Daten im Norden des Landes und fanden hier hervorragende Bedingungen für Aquakultur vor, allerdings schlechten Zugang zu Inputs sowie wenig Informationen und Trainingsmöglichkeiten für Fischbauern und -bäuerinnen. Während unserer Feldphase im Süden fielen beim ersten Blick in die Daten die höheren Einstiegsbarrieren aufgrund des schlechten Wasserzugangs auf, die auch bei den Käfigfarmern am Lake Kariba ins Gewicht fallen, die einen hohen Betrag in die Erstanschaffung des Käfigs investieren müssen, um die Produktion beginnen zu können.

Seit Ende September sind wir wieder in Lusaka und beginnen nun mit der detaillierten Auswertung der Daten zur Beantwortung unserer Forschungsfragen. Für den 11. Oktober 2018 planen wir die Durchführung eines Workshops mit unseren Partnerorganisationen und beteiligten Akteuren des Aquakultur-Sektors in Sambia und werden dort erstmals unsere Ergebnisse und erste Empfehlungen für die nachhaltige Entwicklung der kleinbäuerlichen Aquakultur in Sambia vorstellen.

 

Text: Mario Lootz, Bilder: © Azin Sadeghi, Mario Lootz, Dominik Giese, Mara Gellner.

 

 

2 1 Fokusgruppendiskussion Fokusgruppendiskussion mit einer kleinbäuerlichen Frauenkooperative am Lake Kariba.
Eine grünliche Einfärbung des Wassers zeigt einen hohen Plankton-Level an, welches den Fischen als natürliches Futter dient. 2 3 Plankton Level
2 4 Karibasee Aquakultur in Käfigen gibt es in Sambia bisher hauptsächlich im Karibasee. Auch hier sind Kleinbauern bisher spärlich vertreten. Ein Grund dafür sind die hohen Einstiegsbarrieren aufgrund der Käfig- und höheren Futterkosten.
Besuch bei einem der kommerziellen Fischfutter-Produzenten, welche seit etwa einem Jahr in Sambia ansässig sind. Bisher werden hauptsächlich die industriellen Aquakultur-Farmen beliefert, aber seit einigen Monaten gibt es auch günstigere Futterergänzungen für Kleinbauern im Sortiment. 2 5 Fischfutterproduzent
 2 6 Ernte Bei der Ernte werden alle Kräfte gebraucht. Auch Sharif ließ sich nicht zweimal bitten und packte tatkräftig mit an, den Fisch aus dem Teich einzufangen.
Durch den Besatz mit Fischen in den Stauseen und das nachhaltige Fischereimanagemement wird versucht, den Zugang zu nährstoffreichem Fisch für marginalisierte Bevölkerungsschichten zu sichern. 2 7 Fischereimanagement

1.       Kick-Off Meeting mit Stakeholdern bei der Fondation pour le Tri-National de la Sangha (FTNS)

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